August Sicard von Sicardsburg
Einer der Erbauer der Wiener Staatsoper/p>
August Sicard von Sicardsburg (* 6. Dezember 1813 in Buda, heute Budapest Ungarn; † 11. Juni 1868 Weidling bei Wien; auch August Siccard von Siccardsburg), baute zusammen mit Eduard van der Nüll (1812-1868) das Gebäude der Wiener Staatsoper (1861-1869). Gemeinsam gewannen sie den Architekturwettbewerb um den bedeutenden Opernbau, den ersten Monumentalbau der neuen Wiener Ringstraße.
» weiter

Sicardburg studierte in Wien, wurde 1835 Assistent am Wiener Polytechnikum, assistierte zeitweise auch seinem Lehrer Peter von Nobile. Mit seinem Studienkollegen van der Nüll unternahm Sicard 1839 bis 1843 eine ausgedehnte Studienreise, aus der eine lebenslange Arbeitsgemeinschaft wurde.
Sicardsburg war bei dieser Symbiose mehr für den technisch-organisatorischen und van der Nüll für den ästhetisch-dekorativen Teil zuständig. 1843 wurde Sicardsburg Professor an der Wiener Akademie. Zusammen mit seinem Atelier-Partner van der Nüll prägte er entscheidend die österreichische Architektur des spätromantischen Historismus und beeinflusste auch später durch seine Schüler (an deren Spitze Karl Freiherr von Hasenauer) den Baustil des 19. Jahrhunderts in der Reichshauptstadt Österreichs. Sicardsburg starb kurz nach dem Freitod seines Compagnons mit 55 Jahren an Tuberkulose.
Die Sicardsburggasse in Wien-Favoriten ist nach ihm benannt.
Eduard van den Nüll
Die tragische Gestalt unter den Ringstraßenarchitekten
Eduard van der Nüll (getauft am 9. Jänner 1812 in Wien; † 4. April 1868) galt als einer der bedeutendsten Meister des Historismus der Ringstraßenzeit mit der Staatsoper als Hauptwerk. Nach einem Studium am Polytechnikum in Wien und Akademiestudien unternahm er mit seinem Freund August Sicard von Sicardsburg ausgedehnte Studienreisen durch Westeuropa. 1844 wurde er Professor an der Akademie, für ihn wurde ein neuer Lehrstuhl für Perspektive und Ornamentik geschaffen.
» weiter

Mit Sicardsburg blieb er lebenslänglich in einer beruflichen und künstlerischen Symbiose verbunden, wobei Sicardsburg eher für praktisch-technische Fragen und van der Nüll eher für ästhetisch-dekorative Fragen zuständig war. Ihr erstes gemeinsames Werk war 1847 das mittlerweile abgetragene Carl-Theater in Wien-Leopoldstadt. Van der Nüll hatte die Oberaufsicht über die Innenausstattung des bedeutendsten Kirchenbaus dieses Jahrzehnts, der Altlerchenfelder Pfarrkirche.
Die Tragik der Staatsoper
Ihr wichtigstes gemeinsames Werk ist jedoch die heutige Staatsoper, die im Stil der Frührenaissance 1861-1869 als erstes öffentliches Gebäude der Wiener Ringstraße errichtet wurde. Gegenüber dem Heinrichshof (im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1955 durch den Opernringhof ersetzt), einem privaten Zinshaus riesigen Ausmaßes konnte sie ihre Monumentalität jedoch nicht richtig entfalten.
Die Enttäuschung der Wiener Öffentlichkeit, dass das lang erwartete erste Monumentalgebäude des neuen Prachtboulevards nur ein halber Erfolg war, schlug in eine Pressekampagne gegen die beiden Architekten um, auch Kaiser Franz Joseph sparte nicht mit Kritik. Nachdem das Straßenniveau vor der Oper nach Baubeginn um einen Meter gehoben wurde, bezeichnete man die Oper als „versunkene Kiste“ und –- in Analogie zum militärischen Desaster von 1866 – „Königgrätz der Baukunst“.
Van der Nüll verzweifelte an der Kritik und erhängte sich am 4. April 1868. Sein Partner Sicardsburg starb knapp 10 Wochen später. Es heißt, der Kaiser habe auf den Selbstmord van der Nülls so geschockt reagiert, dass er sich von da an zu allen neuen Kunstphänomenen nur mit der stereotypen Phrase Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut geäußert hätte.
In seiner Geburtsstadt Wien wurde die Van-der-Nüll-Gasse im Gemeinde¬bezirk Favoriten nach ihm benannt.
Werke
Alleine:
Altlerchenfelder Pfarrkirche, 1848-1861
Sockel für das Denkmal für Erzherzog Karl am Heldenplatz, 1859
Sockel für das Denkmal für Prinz Eugen am Heldenplatz, 1856
Gemeinsam mit August Sicard von Sicardsburg
Schutzengelbrunnen, 1843-1864
Sophienbad, 1845
Carltheater, 1846-1847
Arsenal, 1849-1855
Hofoper, 1861-1869
Haas-Haus, 1866-1868
Palais Larisch-Mönich, 1867-1868
Ludwig Förster
Arbeitgeber und Schwiegervater Theophil von Hansens
Ludwig Christian Friedrich (von) Förster (* 8. Oktober 1797 in Ansbach; † 16. Juni 1863 in Bad Gleichenberg, Steiermark) war ein weiterer herausragender Architekt des Historismus.
» weiter

Förster studierte in München und Wien. Ab 1828 war er Leiter einer lithographischen Anstalt. Er gründete eine Zinkgießerei und 1836 die "Allgemeine Bauzeitung". Von 1842 bis 1845 war er Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Ab 1839/40 war er freischaffender Architekt, in seinem Atelier arbeitete unter anderem Otto Wagner, der später den Historismus überwinden sollte. Von 1846 bis 1852 war Förster gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Theophil von Hansen tätig und beteiligte sich an der Planung der Wiener Ringstraße. Seine bedeutendsten Werke sind die Synagogen in Wien-Leopoldstadt (1858, zerstört 1938), Budapest (1859) und Miskolc (1863). Seine Söhne Heinrich Förster und Emil Förster waren ebenfalls Architekten
Bauwerke
Theater Reduta, Bürgerhäuser, Brno (1831)
Evangelische Kirche Gumpendorf (1849)
Villa Pereira, Königstetten (1849)
Arsenal (Wien) (1849-1856)
Maria-Hilf-Kirche, Wien (1854)
Große Synagoge (Budapest) (1854-1859)
Augarten-Casino, Brünn (1855)
Synagoge Tempelgasse, Wien (1858)
Elisabethbrücke, Wien (1858)
Synagoge Miskolc, Miskolc, 1863
Palais Todesco (1863)
Friedrich von Schmidt
Der Erbauer des Wiener Rathauses
Friedrich Freiherr von Schmidt (* 22. Oktober 1825 in Frickenhofen, Gemeinde Gschwend in Württemberg; † 23. Januar 1891 in Wien) derjenige Architekt der Ringstraßenzeit, der den neugotischen Stil etablierte. Er war Ehrenbürger der Stadt Wien. Sein „Denkmal“ ist das Wiener Rathaus und der Friedrich von Schmidt-Platz.
» weiter

Nach seinem Studium am Polytechnikum in Stuttgart und einer Steinmetzlehre arbeitete von Schmidt in Köln und Mailand. Im Jahre 1859 kam er als Professor an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er ab 1865 Leiter einer Spezialschule für Architektur war. 1863 wurde er Dombaumeister von St. Stephan. 1886 wurde er geadelt und war von da an Freiherr. Von Schmidt war von 1866 bis 1870 Mitglied des Wiener Gemeinderats und ab 1889 Mitglied des Herrenhauses.
Das wichtigste unter den vielen Bauten – sakral und funktional – ist das Wiener Rathaus.
Weitere Bauten
1855-1858: kath. Pfarrkirche St. Mathildis in Quedlinburg
1857-1859: kath. Pfarrkirche St. Gertrudis in Krefeld-Bockum
1868-1869: kath. Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung in Erkelenz-Lövenich
1859: kath. Pfarrkirche St. Mauritius in (-) Niederwenigern
1869-1863: Lazaristenkirche, sog. Neubau in Wien
1863-1866: Akademisches Gymnasium, Innere Stadt, Wien
1866-1869: kath. Pfarrkirche St. Othmar, Landstraße, Wien
1867-1873: Brigittenauer Pfarrkirche, Brigittenau, Wien
1868-1869: kath. Pfarrkirche Bruck an der Großglocknerstraße
1868-1875: kath. Kirche Maria vom Siege, Fünfhaus, Wien
1872-1883: Wiener Rathaus, Innere Stadt, Wien
1875-1876: kath. Pfarrkirche in Weiler (Vorarlberg)
1877-1878: Herz-Jesu-Asylkirche Riedenburg (Salzburg)
1880: Schlosskirche von Schloss Wernigerode
1881-1883: kath. Liebfrauenkirche in Dortmund
1882-1885: Sühnhaus, Innere Stadt, Wien
1882-1901: Renovierung der Kirche im Stift Klosterneuburg
1883-1889: kath. Pfarrkirche Weinhaus, Währing, Wien
Burg Karlštejn
Schloss Runkelstein
Rothschildschloss in Waidhofen an der Ybbs
Karl Freiherr von Hasenauer
Der Architekt rund um Helden- und Maria-Theresien-Platz
Karl Freiherr von Hasenauer (* 20. Juli 1833 Wien, † 4. Jänner 1894 Wien) war ein später Vertreter des Historismus in Wien und schuf Monumentalbauten im effektvollem Neubarock. Er wurde zu Lebzeiten auch der "bauende Makart" genannt.
» weiter

Karl Hasenauer war Schüler von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll. 1873 wurde er Chefarchitekt der Wiener Weltausstellung und in den Freiherrenstand erhoben. Sein Hauptwerk ist der Hofbautenkomplex mit Hofburg und den beiden Museen.
Mit Gottfried Semper entwarf Hasenauer den Hofbautenkomplex mit dem Kunsthistorischen Museum und dem Naturhistorischen Museum (1871-1891), das Burgtheater (1874-1888, Grundriß von Semper, Fassadengestaltung von Hasenauer) und Neuer Hofburg (1881-1894, vollendet 1913), die er, wie auch die von ihm entworfenen Wohnbauten (Palais Lützow (1870), und Hermesvilla, 1882-1886, in Wien), mit Innendekorationen im Makartstil versah. An der Ausführung der Bauten war Semper bis 1876 beteiligt.
Nach dem Zerwürfnis mit dem einstigen Geschäftspartner Semper leitete er die Errichtung dieser Hofbauten ganz allein. Hasenauer zeichnete sich durch einen sehr dekorativen Stil (ganz im Sinne Sempers) und inszenatorische Begabung aus. Er strebte auf die Verschmelzung aller Kunstgattungen in einem Gesamtkunstwerk an, ohne die Architektur allein in den Vordergrund zu stellen.
Der „Semper-Streit“
Bis heute sind all die Streitigkeiten über die Urheberschaft zwischen den Anhängern von Semper und Hasenauer nicht ausgetragen, die Prachtbauten auf der Wiener Ringstrasse sind jedoch inzwischen wieder denkmalgerecht renoviert. Und da der Altmeister Gottfried Semper (1803-1879) in Dresden mit seiner Oper bereits ausgiebig gefeiert wird, darf das Wiener-Herz auf seiner Ringstraße jetzt auch des Wiener Pracht-Architekten Hasenauer in Ehrfurcht gedenken und den alten Zwist der Meister und seiner Anhänger vergessen.
Heinrich Freiherr von Ferstel
Er erschuf Bauten für Seele, Geist und Muße
(* 7. Juli 1828 in Wien; † 14. Juli 1883 in Wien). Er war ein Vertreter des gotischen Historismus. Für den Wettbewerb um die Votivkirche, das erste Bauprojekt auf den Stadterweiterungsgründen, reichte Ferstel einen neugotischen Entwurf im Stil der französischen Kathedralgotik ein. Durch den Sieg in diesem Wettbewerb gelangte er 1855 zu schlagartiger Bekanntheit.
» weiter

Er baute einige weitere öffentliche Gebäude in der Innenstadt und an der Ringstraße. Nach Anfängen in einem romantisierenden Historismus (namentlich im Bank- und Börsengebäude an der Freyung in Wien, heute Palais Ferstel genannt, das auch das bekannte Kaffeehaus Café Central beherbergt) wandte er sich einem strengeren Stil zu und wurde nicht zuletzt durch seine Professorenstelle am Polytechnikum stilistisch einflussreich.
Der Wiener Cottage-Verein
Auf seine Initiative hin wurde der Wiener Cottage Verein ins Leben gerufen, der das Cottageviertel gründete, mit dem Ziel, "den Bürgern ein Leben in gesunder frischer Luft" zu ermöglichen. Die Funktionalität namentlich seiner Hochschulgebäude wurde teilweise schon von Zeitgenossen angezweifelt.
Bauten
Votivkirche in Wien, Entwurf: 1855, Bauzeit: 1856-1879
Bank- und Börsengebäude an der Freyung (heute Ferstel Palais) in Wien, 1860
Museum für Kunst und Industrie (heute Museum für Angewandte Kunst) mit angeschlossener Hochschule in Wien, 1871
Kunstgewerbeschule (heute Universität für Angewandte Kunst Wien) in Wien, 1877
Lloydgebäude in Triest, 1883
Hauptgebäude der Universität Wien, 1883
Daneben baute er zahlreiche Palais und Villen
Das Büro Fellner & Helmer
Erfolgreich über die Doppelmonarchie hinaus
Das Büro Fellner & Helmer aus Wien war führend im Theaterbau - und das europaweit. Von 1873-1919 bauten die beiden Architekten gemeinsam fast 50 Theatergebäuden. Warum hier in nicht einmal 40 Jahren eine so große Anzahl an Theatern entstand?
» weiter

Der Grund für den Boom in diesen Jahren war der Wunsch des identitätsbewussten Bürgertums nach eigenen Bühnen. Ein neues Sicherheitsdenken bezüglich des Feuerschutzes machte zudem den Umbau bereits bestehender Theater notwendig.
Die Bürogemeinschaft Fellner & Helmer garantierte dabei hohe Qualität bei niedrigen Kosten und schneller Durchführung, Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und Professionalität. Bei der Bautechnik wandten sie die neuesten Baumethoden an.
Ein Monopol in der Donaumonarchie
Dadurch erreichte die Architektengemeinschaft eine fast absolutistische Herrschaft über den Stil der Theaterarchitektur in Österreich-Ungarn. Sie bestimmten die Abkehr von der Neorenaissance des strengen Historismus hin zum Neobarock des Späthistorismus. In diesem Stil bauten sie aber nicht nur Theater, sondern auch Kaufhäuser, Banken, Paläste und Hotels.
Räumlich und zeitlich grenzenlose Architektur
Somit etablierte sich ihr Baustil im gesamten Städtebau. In ihren spätesten Bauten wendeten sie sich bereits dem Jugendstil zu. Nicht nur das ist ein Zeichen, wie zukunftsweisend die Wiener Architekten bereits im 19. Jahrhundert gebaut haben. Trotz vieler Kriege und Brände sind fast alle Theater in vielen Städten Europas heute noch in Betrieb und dienen dem kulturellen Leben.
Ferdinand Fellner der Jüngere
(* 19. April 1847 in Wien, † 22. März 1916 in Wien)
Fellner war der Sohn des Baumeisters und Architekten Ferdinand Fellner des Älteren. Nach einem abgebrochenen Studium an der Technischen Hochschule Wien arbeitete er in dessen Atelier. 1870 entstand als erster selbständiger Bau das Interimstheater in Brünn. Nach dem Tod seines Vaters führte er auch dessen Aufträge weiter, wie etwa das Wiener Stadttheater, das aber 1884 abbrannte.
1873 bildete er mit seinem ehemaligen Mitschüler Hermann Helmer eine Architektengemeinschaft. Er ließ seine Bauten auch immer von bedeutenden österreichischen Künstlern, wie zum Beispiel Gustav Klimt ausstatten. 1903 wurde er zum k.k. Oberbaurat ernannt.
Hermann Gottlieb Helmer
(* 13. Juli 1849 in Harburg b. Hamburg; † 2. April 1919 in Wien)
Helmer erlernte zunächst das Maurerhandwerk und besuchte anschließend die Baugewerkschule in Nienburg/Weser. Nach einem Studium an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in München trat er in das Atelier von Ferdinand Fellner d. Ä. in Wien ein.
Nach der Gründung der Architektengemeinschaft mit dessen Sohn 1873, bevorzugte Helmer im Unterschied zu diesem klassizistische Formen. Auf ihn gehen Theaterbauten in Wiesbaden, Fürth, Darmstadt, Klagenfurt und Zürich zurück. Helmer war auch Obmann des ständigen Ausschusses für Wettbewerbsangelegenheiten und Mitglied im Ausschuss für die bauliche Entwicklung Wiens. Er gehörte zu den Begründern der Zentralvereinigung der Architekten und setzte sich im Ersten Weltkrieg für die Ausschreibung von Wettbewerben ein, um den Architekten in dieser Zeit finanziell zu helfen.
Die Bauten des Büro Fellner & Helmer
In den ersten Jahren der Zusammenarbeit gestaltete sich die Arbeitsteilung zwischen den beiden Architekten so, dass Helmer die Aufträge im Atelier bearbeitete, während Fellner das Büro nach außen hin vertrat und die Verhandlungen führte. Eine logische Aufteilung, hatte doch Fellner als Einheimischer bessere Verständigungsmöglichkeiten mit den Auftraggebern. Mit der steigenden Auftragslage änderte sich diese Praxis jedoch zwangsläufig. Beide Architekten übernahmen gleichermaßen representative und kreative Aufgaben. Obwohl die Werke immer unter "Fellner & Helmer" firmierten, wurde die Planung eines Bauwerks dabei immer von einem der beiden Architekten geleitet.
Auswahl der Werke
1872 Wien: Stadttheater (1884 durch Brand zerstört )
1877 Augsburg: Stadttheater
1879 Wien: Stadtpalais, Prinz-Eugen-Straße 40, heute „Türkische Botschaft“
1879 Wien: Universitätssternwarte
1882 Brünn: Deutsches Stadttheater
1883 Graz: Warenhaus Kastner & Öhler
1883 Szeged: Nemzeti Színház
1885 Wien: Margaretenhof (5. Bezirk)
1886 Bratislava: Königliches Freistädtisches Theater
1886 Karlsbad: Divadlo V. Nezvala
1887 Odessa: Teatr operi ta baletu
1887 Prag: Neues Deutsches Theater
1887 Wien: Springer Schlössl
1888 Semmering: Hotel Panhans
1888 Wien: Etablissement Ronacher (Neubau des Stadttheaters)
1889 Wien: (Deutsches) Volkstheater
1891 Zürich: Opernhaus
1892 Berlin: "Theater Unter den Linden", Komische Oper
1893 Salzburg: Landestheater
1894 Budapest: "Somossy-Orfeum"
1894 Wiesbaden: Stadt- und Königliches Hoftheater
1895 Zagreb: Königlich Kroatisches Landes- und Nationaltheater
1896 Budapest: Lustspieltheater
1897 Ravensburg: Konzerthaus
1899 Graz: Opernhaus (als "Stadttheater")
1900 Hamburg: Deutsches Schauspielhaus
1900 Karlsbad: Parkquellenkolonnaden
1902 Fürth: Stadttheater
1904 Wien: Warenhaus Gerngroß
1905 Czernowitz: Stadttheater
1906 Klausenburg: Teatrul National
1906 Sofia: Bulgarisches Nationaltheater
1907 Gießen: Stadttheater
1909 Baden bei Wien: "Jubiläums-Stadttheater“
1910 Klagenfurt: Kaiser-Franz-Josef I.-Jubiläumstheater
1910 Teschen: Deutsches Theater
1913 Karlsbad: Grandhotel Pupp
1913 Wien: Wiener Konzerthaus
Otto Wagner
Der „Baumeister des neuen Wien“
Otto Koloman Wagner (* 13. Juli 1841 in Wien-Penzing; † 11. April 1918 in Wien) ist Schüler und gleichzeitig Überwinder des Historismus. Lange Zeit war er eher unbekannt, doch seine Schriften über Stadtplanung und den Jugendstil verhalfen ihm in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts zum Durchbruch.
» weiter

Am 13. Juli 1841 wird Otto Koloman Wagner in Penzing bei Wien geboren. Sein Vater Rudolf Siemeon Wagner, königlich-ungarischer Hofnotar, und seine Mutter Susanne leben in großbürgerlichen Verhältnissen. Rudolf Wagner stirbt an einem Lungenleiden, als sein Sohn das Alter von fünf Jahren erreicht hat. Trotz der finanziellen Krise , die sich aus dem Tod des Vaters ergibt, startet Wagner 1850 eine gute Ausbildung.
Wagner studierte zwischen 1857 und 1862 an der Königlichen Bauakademie in Berlin und in Wien zuerst am Polytechnischen Institut, dann an der Akademie der bildenden Künste unter anderem bei August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll. Er trat damit dem Kreis um Ludwig Förster und Theophil von Hansen bei und begann ab 1864 selbständig im Stil des Historismus zu bauen.
1862, ein Jahr vor seiner ersten Heirat, tritt der 21-Jährige nach einer praktischen Tätigkeit als Maurerlehrling ins Atelier des Historismus-Architekten Heinrich von Förster ein. Seine Frau Josefine Domhart schenkte ihm drei Kinder; Otto, Robert und Susanne. 1880, kurz nach dem Tod seiner Mutter, lässt er sich scheiden. Die intensive Arbeit an Entwürfen und Bauten seiner früheren Jahre ist kaum dokumentiert. 1881 heiratet Wagner zum zweiten Mal. Auch mit Louise Stiffel hat er drei Kinder; Stefan, Louise und Christine. Die kultische Verehrung seiner Mutter konnte Wagner auf seine achtzehn Jahre jüngere Frau übertragen. Der erste Band Wagners „Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke“ erscheint 1890, drei weitere Bände folgen.
Etwa 1898 schwächten sich die typisch historistischen Formen in seinen Bauten ab und er kam in seine "secessionistischen" Phase mit flächigen Ornamenten (für die er hauptsächlich bekannt ist). Mit der Zeit wurden Wagners Bauten immer nüchterner und näherten sich mehr und mehr dem Ideal der Funktionalität.
Die Revolution: Die Postsparkasse
Große Anerkennung fand er für sein Postsparkassengebäude, wo er nicht nur allerneueste Materialien wie Stahlbeton und Aluminium verwendete, sondern ihm auch eine besondere Synthese von Funktionalität und Ästhetik gelang: die Marmorverkleidung etwa wurde mit Nieten an der Wand befestigt, was wie ein Schmuckornament wirkt.
Noch zahlreicher sind aber unausgeführte Projekte. Ein Lieblingsprojekt war die Verwandlung der Wienzeile (der Wienfluss war gerade reguliert worden) in eine Prachtallee, was aber Stückwerk blieb. Nur die Wienzeilenhäuser erinnern daran. In diesem Zusammenhang sind auch die zahlreichen Projekte für ein Historisches Museum der Stadt Wien zu nennen, das erst Jahrzehnte später auf andere Weise verwirklicht wurde.
Dazu verfasste er auch viele kunsttheoretische Schriften. Wagners besonderes Interesse galt der Stadtplanung im allgemeinen, wozu er ebenfalls theoretische Schriften (Die unbegrenzte Großstadt) schrieb. Beim Wettbewerb zum Generalregulierungsplan von Wien 1893 gewann er einen der beiden Preise.
1894 wurde er Hasenauers Nachfolger als Professor an der Akademie. Im gleichen Jahr erhielt Wagner den Auftrag zur architektonischen Ausgestaltung der Wiener Stadtbahn (siehe auch Stadtbahnstation Karlsplatz). Aus Wagners Schule gingen etliche bedeutende Architekten hervor wie Josef Hoffmann, Jan Kotěra, Joseph Maria Olbrich, Jože Plečnik, Hubert Gessner, Ernst Lichtblau, Max Fabiani, Karl Pirich und viele mehr.
Am 11. April 1918 stirbt Otto Wagner im Alter von 77 Jahren an einem Rotlauf in Wien.
Wichtige Bauwerke
· Nußdorfer Wehr
· Wiener Stadtbahn
· ehemalige „Niederösterreichischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke Am Steinhof" mit Kirche, heute „Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe“
· Kaiserbadschleuse
· Wienzeilenhäuser
· Wiener Postsparkasse
· Synagoge in Budapest